SSD-Platte installieren

Kategorie: Knowledge Base

Der letzte mögliche Schritt zur Optimierung meines Laptops war der Einbau einer SSD-Festplatte. Angelockt durch beeindruckende Produktbeschreibungen, fallende Preis und gute Testberichte wählte ich eine Samsung SSD 840 mit 250 GB aus. Nur die Platte, ohne Einbaukit. Bei einem Laptop braucht Ihr kein Kit, nur wenn Ihr in einen Desktop-PC einbauen wollt und eine 3,5“ Platte ersetzten wollt, werdet Ihr das Kit benötigen.

Ich wollte die Daten der alten Platte auf jeden Fall migrieren. Komplett neu installieren, kam nicht in Frage. Immer wieder hörte ich vom Fachhandel oder auch von Kollegen, eine Neuinstallation ist sowieso notwendig, „sonst funktioniert das nicht !“ - Denkste, es funktioniert sehr wohl. Dazu eine kleine, praktische Ablaufbeschreibung, wie es bei mir funktioniert hat:

 

Laptop-Hardware:

  • Lenovo G560
  • 4 GB RAM
  • 320 GB Festplatte
  • Windows 7 – Home Premium 64 Bit
  • Ubuntu 12.04 in einer erweiterten Partition mit Grub-Bootmanager

 

Vorbereitungen:

  • Platz auf der alten Platte schaffen (falls notwendig). Die SSD ist in der Regel kleiner, als die eingebaute Platte. Also alte Programme deinstallieren, Bilder und Videos auslagern – oder für eine größere SSD noch etwas sparen.
  • BIOS prüfen, ob der AHCI-Modus unterstützt wird und ggf. aktivieren.
  • SATA-Adapter besorgen, um die SSD über USB an das Laptop anschließen zu können.
  • Den Host-Controller auf dem Board überprüfen, welcher SATA-Standard unterstützt wird. Z. B. mit dem Programm HWInfo64. Aktuell SSD-Platten leisten mehr, als ein älterer SATA-Controller verarbeiten kann. Bei mir ist ein SATA Host-Controller der 2. Generation mit 3GB verbaut. Aktuelle SSD-Platten schaffen aber 6GB. Die beschriebenen Schreibe- / Lesegeschwindigkeiten des Produktes werde ich mit dem Controller nie erreichen, es ist aber immer noch ein riesiger Sprung gegenüber einer alten Festplatte. Somit lohnt sich die Aufrüstung auch in diesem Fall.
  • Windows-Updates installieren (sofern nicht durch automatische Updates bereits erfolgt).

 

Ubuntu löschen und Grub-Bootmanage deinstallieren (optional)

Eigentlich ganz einfach. Ihr braucht auf jeden Fall eine CD / DVD Eures Betriebssystems, mit der Ihr booten könnt und Ihr Datenträger reparieren könnt. Entweder habt Ihr die Datenträger beim Kauf Eures Gerätes erhalten, oder – was wahrscheinlicher ist – müsst sie Euch bei einer OEM-Installation selber erstellen / besorgen. Passende ISO-Images gibt es z. B. bei Chip.de. Grundsätzlich solltet Ihr auch Euren Produkt Key zur Hand haben – auch wenn Ihr ihn hierzu nicht zwingend braucht. Dreht Euer Laptop mal um – also ich kann meinen Key auf dem Microsoft Label nur noch mit viel Phantasie entziffern.

Brennt das ISO-Image auf eine DVD und testet, ob Ihr damit booten könnt. Irgendwann seit Ihr im Installationsbildschirm. Nicht installieren, sondern unten „Computerreparaturoptionen“ auswählen. Anschließend unten die „Eingabeaufforderung“ öffnen und über den Befehl „bootrec /fixmbr“ den MBR neu schreiben. Das hat bei mir so funktioniert. Schaut Euch die anderen Optionen des Befehls an, ob ggf. etwas anders für Euch sinnvoll ist.

Evtl. erfolgt beim ersten Neustart durch Windows ein Check-Disk. Also nicht erschrecken.

 

Aber beachtet die Reihenfolge, mit der Ihr vorgeht. Löscht Ihr über die Datenträgerverwaltung in Windows zuerst die Linux-Partition, verweist der Grub-Bootmanger anschließend in ´s Nirvana. Habt Ihr jetzt noch kein Windows-DVD, mit der Ihr booten könnt, habt Ihr ein Problem.

 

Paragon Backup & Recovery 12 – Home

Von Paragon „Paragon Backup & Recovery 12 – Home“ installieren. Unterstützt mit der Version 12 jetzt auch SSD´s. Gibt es als 30 Tage Trial-Version ohne Funktionseinschränkungen. Ich persönlich kann nichts schlechtes über das Programm sagen und arbeite schon sehr lange damit. Wem etwas an seinen Daten liegt, sollte ruhig die 39,90 € investieren, um auch nach Ablauf der Trial-Version seine Daten sichern zu können.

Die SSD über den Adapter an einen USB-Port anschließen. Anschließend über die Anwendung „Festplatte klonen“ auswählen. Die Partitionsgrößen werden auf der SSD-Platte entsprechend angepasst und verkleinert. Da der USB-Anschluss bei der Kopieraktion zum Flaschenhals wird, könnt Ihr die nächsten Stunden ruhig mit etwas anderem verplanen. Bei meinen 120 GB hat es über 2 Stunden gedauert.

Irgendwann verlangt die Anwendung nach einem Neustart. Dabei bekam ich den Fehlerhinweis, dass die SSD am USB-Port noch nicht aktiviert sei. Habe mit „Paragon Backup & Recovery 12 – Home“ nochmal den MBR der SSD neu schreiben lassen und dann die Platten getauscht. Hat prima funktioniert.

 

Samsung SSD Magician

Das von Samsung mitgelieferte Programm „Samsung SSD Magician“ installieren und ggf. die Parameter der SSD für optimale Leistung anpassen.